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Ausbildung 2008

Kollege werden?

NALM  als Spiritueller Strom 

Hans Supenkämper

 Kann das „Neue Lernen“ für die anthroposophische Bewegung und Gesellschaft einen Weg aufzeigen, der sich den aktuellen Nöten und Herausforderungen stellt und neue Antworten möglich macht?

In der Anthroposophischen Gesellschaft gibt es ein ernsthaftes Problem, weil die Mitgliederzahl kontinuierlich zurückgeht. Immer mehr ältere Mitglieder sterben und immer weniger neue und junge kommen dazu. Es ist eine echte Herausforderung für die anthroposophische Bewegung.  „Neues Lernen“ kann in diesem Zusammenhang hilfreich sein, zu einer deutlichen Ursachenforschung und den sich daraus ergebenden Lernpotentialen zu kommen.

Vorausschickend möchte ich sagen, dass die Welt des Lebendigen wie nie zu vor in der Menschheitsgeschichte auf eine echte  Ich-Aktivität angewiesen ist. Deshalb beschreibe ich gerne das „Neue Lernen“ als ein Präparatespritzen im Ätherischen. Ich möchte kurz zusammenfassen, was ich damit meine.

Das Neue Lernen arbeitet mit den Lebensprozessen. Die Lebensprozesse sind Atmen, Erwärmen, Ernährung, Absondern, Erhalten, Wachsen und Reproduzieren. In der Mitte der sieben Prozesse findet das Absondern statt. Die entsprechenden Lernprozesse sind Beobachten (auch der eigenen Innenschwelle von Denken, Fühlen und Wollen), sich Verbinden, Verdauen, Individualisieren, Erüben, Wachsen der Fähigkeiten, kreatives Schaffen. Hier steht in der Mitte das Individualisieren. Die Prozesse des Absonderns als auch des Individualisierens gibt es im

Physischen eigentlich nicht, man sieht nur die Ergebnisse. Es ist so wie mit der Zeit. Eigentlich berühren sich Vergangenheit und Zukunft in der Gegenwart, die sich beim besten Willen im physischen Sinne nicht erklären oder gar fixieren oder messen lässt. Es ist ein herausgehobener Moment des Lebens.

Und seine besondere Qualität ist, dass gerade in diesem “Punkt” oder auch “Raum” der Gegenwart die Widersacher-Mächte keinen Zutritt haben. Bei den ersten und letzten drei Lebensprozessen sind Ahriman und Luzifer aktiv, und das ist auch gut so, denn ohne ihr Wirken hätten wir nichts zu lernen, aber auch keine Freiheit! Im Gegenwartsaugenblick haben sie aber keine Macht, keinen Zugriff. Man kann diesen besonderen Augenblick auch mit dem Gralswort charakterisieren: “Zum Raum wird hier die Zeit!”

Das heißt, wenn ein Mensch im bemühenden Sinne individualisiert, dann schafft er eine direkte Verbindung zur ätherischen Welt. Und die Substanzen, die er durch seine Ich-Aktivität im Ätherischen wirksam werden, sind verwandelte, individualisierte “Stoffe” der irdischen, materialisierten Welt. Es ist der Widerstand der irdischen Welt. Und diese sind auch seelisch-geistiger Natur. Kurz, alle unsere inneren Widerstände, Einseitigkeiten, Blockaden, Konditionierungen, Bequemlichkeiten, Vorstellungen, Gewohnheiten, Krankheiten werden zu “spirituellem Kompostmaterial”, das durch einen “inneren Kompostierungsprozess” sprich

“Neues Lernen” zu individualisierter Dünger-Lebenssubstanz im Ätherischen wird: In diesem Sinne ist Neues Lernen Präparate-Spritzen im Lebendigen. Ohne das wird das Lebendige mehr und mehr verkümmern, verdunkeln, verhärten, absterben!

Neues Lernen in diesem Sinne meint auch Karma-Praxis erüben, das heißt die Wirklichkeit des Karma im Alltag in seinem Ursachenbezug und seiner konkreten Lernauftragsstellung “er-leben”, meint Begegnungsfähigkeit entwickeln, selbstlose Wahrnehmung erüben, sich um wirklich selbständige Urteilsbildung bemühen, die über das kognitive und ästhetische Urteil bis zur moralischen Urteilsbildung mit der integrierten Konsequenz des Handelns führt, geistig Forschen lernen und Tag- und Nacht-Lernen. Und dies in allen Lebenssituationen und Lebensfeldern. Die Lebensprozesse sind die Gralsschale, die uns auf diesem Weg ernährt. Durch Ich-Aktivitäten im obigen Sinne bilden wir die Gralsschale!

 Nun zur anthroposophischen Gesellschaft.

 Über Rudolf Hauschka bin ich auf einen wesentlichen Zusammenhang zwischen der Natur und der „Sozialen Frage“, zwischen der Arbeit mit den Rhythmen in der Natur  und dem sich Bemühen um die sozialen Notwendigkeiten aufmerksam geworden.

 „Der Umgang mit den Rhythmen der Natur birgt für den Menschen, seine individuelle Entwicklung und Entfaltung dann große Gefahren in sich, wenn nicht zugleich mit der Anwendung und Auswertung rhythmischer Prozesse die sozialen und rechtlichen Bedingungen geschaffen werden für die freie, persönlich-moralische Initiative jedes Mitarbeiters in dem von ihm gestellten Aufgabenbereich und – was gleichbedeutend ist – für eine unbedingt sozial gerechte Ordnung des entsprechenden Lebens- und Arbeitszusammenhanges.“

 (Heinz Hartmut Vogel – „Lebensbild eines Forschers“ aus der Schrift RUDOLF HAUSCHKA – Zur Wiederkehr seines 100. Geburtstages am 6. November 1991)

 Wenn dieses sich Bemühen um die Soziale Frage nicht geschieht, dann werden die Lebensgrundlagen der Heilmittelherstellung gefährdet. Ich möchte diesen Aspekt auf die Welt des Lebendigen und ihre Gefährdung durch Nicht-Aktivität erweitern. Wenn die Menschen es nicht schaffen, aus der Gralsschale der Lebensprozesse schöpfend, individualisierte Lern-Substanzen in die Welt zu bringen, dann wird sich das Lebendige immer mehr zurück ziehen müssen und so immer mehr und mehr verdunkeln und verhärten.

Und das gilt genauso für die anthroposophische Bewegung, wenn sie sich nicht im integrativen Sinne (Neues Lernen und aktive Karma-Praxis) um die soziale Frage im modernsten Sinne bemüht, dann ertötet sie sich ihre eigenen Quellen.

Dieser kreative, lebendige Umgang mit der Sozialen Frage findet meiner Wahrnehmung nach nicht genügend statt. Wenn die anthroposophische Bewegung nicht in jedem Augenblick individualisierend kreativ wird, sondern sich auf die Errungenschaften der letzten hundert Jahre beruft, dann wird sie in dieser Form, wie wir sie kennen, ersterben, und sich ganz anders, unerwartet wieder beleben. Das kann man hier und da schon wahrnehmen, wo Menschen

völlig außerhalb von Anthroposophie die verrücktesten, kreativsten, neuesten Dinge tun! Solange Anthroposophie die Potenziale des Gegenwartsraumes als Kreativitätsraum nicht erkennt und individuell „inkarniert“, solange werden sich die jungen Menschen von der Anthroposophie abwenden und ihre eigenen Wege suchen.

Wenn die Anthroposophische Gesellschaft in ihrem Leben dieses nicht als eine Not-Wendigkeit erkennt und die Mitglieder sich darum bemühen, wird der Lebensumkreis verhärten und erstarren. Und da ist jeder gefordert. Es ist ein Willensmysterium, es will getan werden. Aber es schwingt ein Geheimnis in diesem Wollen mit. Es ist nämlich ein Wollen ohne zu wollen! Mit der Unsicherheit leben lernen. Alte Formen sind nichts mehr wert.

Akzeptanz des Anderen und auch das sich selbst Akzeptieren sind Ich-Aktivitäten, die Räume öffnen. Meine Widerstände sind Zukunftspotenziale. Mich zu verändern bedeutet Freiräume schaffen für den Anderen.

 Zukünftige Leitfragen sind: 

„Mein lieber Widerstand, was willst Du mir zeigen, das ich eigentlich tun

könnte?“ „Was wirret Dir, Oheim? „Wie kann ich dich unterstützen, dass du kreativ werden kannst?“ Nur so kann die anthroposophische Bewegung ihre Menschheitsaufgabe wahrnehmen. Nur so kann das sogenannte „Lichte Zeitalter“ wirklich beginnen. Die geistige Welt wartet dringend auf unsere Ich-Aktivitäten, die die Welt des Lebendigen mit individualisierter Lernsubstanz durchlichten und mit juveniler Ich-Wärme erwärmt. Das ist der Beginn einer neuen Schöpfung. Man kann es auch als einen umgekehrten Kultus charakterisieren, eine Opferhandlung gegenüber dem Christuswesen: 

Deine Gnade lasse uns sprechen

Nimm hin

Wir möchten Dir geben

Im Lichte

Deines Opfers

 Unsere individualisierten Lernsubstanzen machen den Christus im Ätherischen erst sichtbar und erlebbar.

Es geht gar nicht um NALM oder gar NALM e.V., sondern um das Lebendige. Coen van Houten hat diese Zusammenhänge erforscht und so praktischste Werkzeuge, man kann auch sagen moralische Techniken aufgezeigt, wie man sich auf den Weg begeben kann.  Und die Bedeutung dieser Forschungen ist so, dass ich es als dringendste Zeit-Not-Wendigkeit begreife. Dass sich da alle Widersacher-Mächte mit allen Mitteln dagegen wehren, ist doch klar. Denn sie wissen um den Raum, den sie nicht beeinflussen können. Doch gleichzeitig reichen sie uns das Kompostmaterial für die Bereitung der „Neuen Präparate“, gerade in diesem Raum:  

Schöpfung aus dem Nichts!

 

Zuversicht in den Zeiten der Ungewissheit

 Shirley van Houten                                                 übersetzt von Peggy Elliott

 Eine erste Begegnung.. eine Intuition...’Das ist wonach ich suche’

Eine zweite Begegnung…..das innere Verhältnis verschiebt sich

Eine tiefere Begegnung..…ein frischer Wille regt sich  …..die Motivierung wechselt

Das ist was  bei Neuem Lernen passieren kann

‘Es hat damit zu tun, wie man miteinander arbeitet’, wird gesagt.

 Wir müssen individualisieren, eine Kraft entwickeln aus der eine soziale Kunst entstehen kann, frei zu schaffen, aus der Situation heraus, aus einer objektiven Karft der Liebe.

Wenn diese objective Liebeskraft lebendig wird, kommen wir in einen geistigen Strom und wir wissen wir sind nicht allein, können nicht allein sein, unsere Taten  führen andere mit sich. Zukunft schafffend....

So kann man die Entwicklung eines NALM Kollegen beschreiben. Wir spüren, dass die Art wie wir zusammen arbeiten dem Einzelnen Kräfte gibt und ein geistiges Kapital aufbaut.

Das NALM Kollegium bietet die Form zur Erkenntnis und Mitarbeit an dieser  ‘ Art wie wir zusammenarbeiten’.  Die heutige Zeit der ‘Ungewissheit’ ist die Zeit in der es heist innere Kräfte zu bilden, innere Quellen, geistiges Kapital als Einzelner und als Bewegnung zu schaffen, um kleine Schritte zu tun, dort wo man ist.

Ist Dein Wille motiviert – oder lahm und unsicher?  Ist die Ungewissheit Deine eigene oder kommt sie von aussen, aus der globalen Lage?

 In der Praxis lernen – Entwicklung für Lernbegleiter

 Shirley van Houten                                                 übersetzt von Ulrike Schauss

 Wann ist jemand als Erwachsenenbildner oder Lernbegleiter für Nalm-Kurse qualifiziert? Ist eine neue Art von Zertifizierungsprozess möglich? Die Suche danach begann mit dem Treffen von 29 Schicksalslern-Begleitern im November 2007. Unser wichtigstes Ergebnis: Wir müssen uns als Kollegen kennen lernen.

Die, die die Arbeit tun, können am besten die professionellen Fähigkeiten des anderen erkennen. Ebenso braucht es eine ehrliche Selbsteinschätzung.

Ein zweites Ergebnis: Es ist notwendig, in der Praxis zu üben, beispielsweise mit zwei Begleitern in einem Gruppenprozess, einer erfahrenen Person, der andere als Praktikant. Trainingskurse sind natürlich wichtig, brauchen aber noch Anwendungspraxis zur Reifung an Qualifikation und Vertrauen in eigene Fähigkeiten.

Die Entwicklung der Kollegen ist für Nalm von hoher Priorität. Dafür bieten wir Gelegenheit im neuen Kurs “Karma-Praxis als soziale Notwendigkeit”.

Es gibt dafür eine besondere finanzielle Vereinbarung, die Ihr bei Shirley als Koordinatorin erfragen könnt.

Wenn Du als Kollege\in bereits Seminare gibst, bitten wir darum, einen Praktikanten in Deinen Workshop einzuplanen, wenn möglich. Jaak kann Dir bei der Suche behilflich sein. Bei einem Schicksalslern-Seminar in Hamburg konnte Hans Supenkämper Lernbegleiter aus der Höhenberg-Gruppe (München) und aus der Schweiz mitnehmen – so wurde jede der 4 Gruppen von zwei fachkundigen Begleitern betreut. Eine spannende gemeinsame Erfahrung. Es ist auch möglich, in einer kleinen Gruppe zusammen zu üben, ein Selbsttraining, bei  dem man füreinander arbeitet und gemeinsam den Prozess reflektiert.

Das November-Treffen ermöglichte eine reiche und herzliche Erfahrung und das Vertrauen, das zwischen Kollegen eine neue Qualität in Begegnung und Zusammenarbeit möglich ist und in Nalm reift.

 

Der Qualifizierungs Prozess 

Jaak Hillen                                                               übersetzt von Nicole Kringe

 

Vor einem halben Jahr haben wir einen Befähigungsprozess für die NALM Kollegen, die Schicksals-Lernen anbieten, angefangen. Dabei haben wir verschiedene Ziele, die wir erreichen wollen. Diese Ziele dienen im Wesentlichen dazu, die Vision eine Akademie Neues Lernen zu gründen.

 Erstens versuchen wir ein bestimmtes qualitatives Niveau unter den Menschen, die für NALM arbeiten zu entwickeln, so dass wir als NALM Kollegen wissen, wer unsere Mitarbeiter sind.  Wir wollen diese Qualität in einer solcher Weise ausstrahlen lassen, dass neue Klienten uns vertrauen können, wenn befähigte NALM Kollege Schicksals-Lernen Seminare anbieten. 

 Schicksals-Lernen ist eine neue Wissenschaft in einer Anfangsphase, sie durchläuft eine schnelle Entwicklung. Diese findet unter Menschen statt. Für eine längere Zeit alleine zu arbeiten bringt Einseitigkeit. Daher sehen wir die Befähigung als einen zweiseitigen Prozess.  Befähigte Schicksals-Lernen Begleiter sind von ihren Kollegen anerkannt und verpflichten sich an der Entwicklung der Sache zu arbeiten.  Ein wichtiges Element ist, dass in der Zukunft viele Menschen an der Forschung mitarbeiten. NALM kann nicht ein Instrument sein, Wege einzuschlagen, die von einer oder zwei Personen entwickelt werden. NALM Mitarbeiter müssen miteinander arbeiten, um diese Entwicklung zu verwirklichen. 

Befähigt sein kann bedeuten, dass die Menschen bereit sind, ihre Erfahrungen dem Ganzen zu Verfügung zu stellen. Eine Forschungshaltung muss entwickelt werden und NALM muss Aktivitäten organisieren, wo diese ‘weitere Entwicklung’ stattfinden kann.  Eine ideale Möglichkeit ist die Zusammenarbeit in Projekten, Kursen und Seminaren.  Eine andere ist die Organisation von Forschungstreffen. Das Ergebnis wäre, dass die verschiedenen Methoden in der Praxis, einschließlich der Biographie-Arbeit, uns untereinander inspirieren könnten.  Die Kollegen sind verschieden ausgebildet und haben verschiedene Erfahrungen. Forschung muss offen bleiben. 

 Es kann nicht unser Ziel sein, bestimmte Methoden zu schützen, im Gegenteil müssen wir neue Methoden durch Erfahrung entwickeln, ohne die Qualität und den spirituellen Impuls, den sie tragt, zu verlieren. Der Befähigungsprozess beabsichtigt nicht, Menschen auszuschließen, sondern zu ermöglichen, dass die Mitarbeiter Schicksals-Lernen in vielen Weisen, wie Arbeitsgruppen, kleinen Sitzungen mit ihnen bekannten Personen, mit Kollegen und in Seminare und Kursen ausprobieren und ausführen können. 

Wir hatten ein erstes Treffen in November 2007 mit 30 Teilnehmern. 30 Andere, die nicht anwesend waren, äußerten ihren Wunsch, an dem Prozess teilzunehmen.  Das geschieht so: Ein Brief wird verschickt, um ihre Stellung in diesem Prozess herauszufinden. Bis jetzt haben wir 29 befähigte Begleiter mit allen ihren speziellen Eigenschaften, ihren Stärken und besonderen Entwicklungen, gefunden. Jetzt sind schon mehr Möglichkeiten für Kollegen geschaffen worden, so dass sie in bestehenden Ausbildungen und Projekten üben können.

 Wechselde Struktur - NALM Kurse         

 Shirley van Houten                                                            übersetzt von Peggy Elliott

 NALM wird von Menschen vor Ort oder Unternehmen eingeladen, Neues Lernen  vorzustellen, Schicksalslern-Kuse  oder Lehrgänge fuer sie in eigenen Räumen durchzuführen. Das ist eine positive Entwicklung – die Unternehmen kümmern sich damit um die Organisation; wir kommen als NALM Moderatoren.  Teilnehmerzahlen sind unterschiedlich, zwischen 3 und 4 beim Schicksalslernen bis zu 260 wie in Wien, bei einem Kongress zur Erwachsenenbildung. 

Schicksalslernen oder Karma-Arbeit sind besonders gefragt, und es wird gesagt, dass es gerade das ist, was uns von anderen auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung unterscheidet. 

Im Herbst 2007 stand fest, dass es keinen weiteren Erwachsenenbildungskurs mehr geben würde. Bis Anfang September hatten sich nur zwei Teilnehmer angemeldet.  Wir haben uns schnell umorientiert und einen neuen Kurs zusammengestellt: ‘Karmapraxis als soziale Herausforderung’. Dieser Kurs findet an  9 langen Wochenenden über 1 Jahr statt. ( 4 wöchige Blocks sind momentan nicht möglich). Dieses Konzept wurde mit Begeisterung aufgenommen. Im Februar haben wir mit 8 Teilnehmern angefangen. Es ist dabei interessant, dass alle NALM schon einmal auf Seminaren begegnet waren oder auf persönliche Empfehlung kamen. Das ist effektiv!  NALM baut auf zwischenmensch-lichen Beziehungen und Kontakten auf.

Wenn das Telefon klingelt oder eine email ankommt, kommt meist die Frage ‘wo und wie kann man diesem Lernimpuls begegnen?’ oder  ‘kennen Sie jemanden der….’ 

Die folgenden Berichte zeigen etwas von der sich ändernden Struktur und internationalem „flair“. Es ist entscheidend wichtig, dass wir eine Anzahl Kollegen haben, die auf die Anfragen eingehen können. Bisher lag das meist bei Coen – und viele fragen immer noch  nach dem  ‘ Meister’, der die Bücher geschrieben hat.  Coen kann Türen öffnen, aber jetzt hat er einen Kollegen/in an seiner Seite, der/die einmal die Sache übernehmen kann, wenn der Kontakt und das Vertrauen aufgebaut sind.   

Karma Koloquium 

Im Dezember 2007 traf sich der Vorstand von  NALM e.V. mit Hartwig Schiller, dem neuen Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland. Er hat sich die Geschichte vom NALM Impuls angehört. Michael Schmock fragte, inwieweit die Karma-Arbeit in der Anthroposophischen Geselschaft bekannt sei. Das Ergebnis dieses Treffens war ein Vorschlag von Michael Schmock und Hartwig Schiller im Herbst  2008 ein Kolloquium zu halten, zu dem einige Menschen, die sich mit Karmaforschung beschäftigen, eingeladen werden sollen.  Dabei wären dann auch vier Nalm Kollegen.  Das Thema ist ‘Karmapraxis als soziale Herausforderung’.

 Ein weiteres Karma Kolloquium wird durch die Sektion für Sozialwissenschaften am Goetheanum, Schweiz, für nächstes Jahr vorbereitet. (Es hätte im Herbst 2007 stattfinden sollen, aber zu wenig Menschen konnten zu dem Zeitpunkt kommen.) 

NALM International 

NALM ITALY - Fabio Fantuzzi                                                       translation by Nicole Kringe

 Im Jahr 2005, während eines von der Nationalen Vereinigung der Waldorfschulen Italiens organisierten Treffens, hatten mehr als hundert Menschen die Gelegenheit, Coenraad Van Houten, der als Gastreferent dort auftrat, kennen zu lernen.  Es entstand ein großes Interesse für ihn und seine Arbeit.  Dieses wuchs hauptsächlich außerhalb der Waldorfschulen, und eine Gruppe von Menschen, die sich für Erwachsenenbildung interessierten, beschlossen, Coen und andere NALM-Persönlichkeiten einzuladen, neue Seminare zu gestalten.  Viele dieser Menschen, die als Berater, Trainer und Ausbilder arbeiten, waren aus beruflichen Gründen an dieser Arbeit interessiert.  Von Treffen zu Treffen wuchs die Gruppe; einige Teilnehmer besuchten die Übungsveranstaltungen in Engen und manche fingen an, NALM-Gedanken und Entdeckungen in ihre beruflichen Aktivitäten zu integrieren.  Jetzt gehören ungefähr 25 Menschen zu dieser Gruppe und 15 davon nehmen regelmäßig an den Treffen teil.  Nur eine Minderheit von ihnen hatte schon vorher eine Beziehung zur Anthroposophie.  Im Februar, bei unserem letzten Treffen mit Coen und Shirley Van Houten und Michael Melchior in Montegrotto fand ein Treffen der italienischen NALM-Gruppe statt.

 Hier ist ein Überblick des italienischen Vorgehens:

•    Studium, Forschung, Experimentieren, Austausch und Verbreitung von Informationen über Erwachsenenbildung sind die Ziele der Gruppe

•    Die Gruppe arbeitet weiterhin informell ohne eine juristische Körperschaft, bis sie mit irgendeiner spezifischen Notwendigkeit konfrontiert wird

•    Die Gruppe trifft sich mindestens 4 Mal im Jahr

•    Mit Unterstützung der Gruppe wird das erste Buch von Coen („Awakening the Will“) auf Italienisch herausgegeben.  Der Herausgeber, eine wichtige Person in seinem Fach, garantiert einen breiten Vertrieb unter den Buchhändlern.  Ein Hinweis auf die Website www.nalmitalia.it wird sich in dem Buch befinden

•    Eine Vereinbarung, andere von Coens Büchern auf Italienisch herauszugeben, ist mit dem gleichen Verleger getroffen worden

•    Eine Website www.nalmitalia.it mit einem Link zu www.nalm.net und weitere Angaben (Telefonnummern und E-Mail-Adressen) wird geschaffen, so dass Mitglieder der Gruppe erreicht werden können

•    Eine Gruppe arbeitet daran, eine vollständige Neues Erwachsenen Lernen Ausbildung in Italien zu organisieren

•    In Italien gibt es einen besonderen Impuls, NALM-Gedanken im Bereich Organisationsentwicklung zu verbreiten.  Einige Mitglieder der Gruppe nahmen am ersten Treffen der NALM Consultancy Services (3.-4. März 2008) in Engen teil.  Es wird erforscht, ob es eine Möglichkeit gibt, einen Prozess anzufangen mit dem Ziel, eine Gruppe von Beratern aufzubauen, die in der Wirtschaftswelt zusammenarbeiten.  Sie werden die Ideen des Neuen Erwachsenen Lernens anwenden und weiterentwickeln.

 NALM SCHWEIZ - Kristin Krauer

 NALM Schweiz umfasst einen kleinen Kern von Frauen, welche den Ausbildungsgang in Engen in verschiedenen Jahren mitgemacht haben oder seit Jahren vertraut sind mit den Forschungsfragen aus Coens  Karmaarbeit  und seiner Forschungsarbeit am Erwachsenenlernen.

Wir „Nalmlerinnen“  versuchen, die Lern-und Karmaarbeit mit unseren täglichen Aufgaben  zu verbinden und an  neuen Fragen zu forschen.

Seit nunmehr vier Jahren trifft sich dieser Kern regelmässig zu Weiterbildungs-, Austausch- und Übungszwecken. So wurde Schicksalslernen, Loops und das Begegnungsgespräch in der Gruppe praktiziert und geübt, so wie künstlerische Wahrnehmungsübungen entwickelt. An verlängerten Wochenenden führen wir Weiterbildungen durch, z.B. Seminare für die künstlerische Arbeit mit Jaak Hillen, Dynamische Urteilsbildung mit Olaf Keser-Wagner und Schwellenphänomene mit Coen und Shirley. Der Kreis der Teilnehmer und Teilnehmerinnen wird  oft erweitert um Interessierte und ehemalige Teilnehmer von Schicksalslernkursen einzubeziehen. So öffnen wir  unsern Kreis auch im kommenden April. Wir werden die Arbeit zur dynamischen Urteilsbildung mit Olaf Keser-Wagner fortführen (26/27.4. in Arlesheim). Zudem planen wir eine weitere Kunsttagungsarbeit mit Jaak Hillen im Herbst für alle Interessierten.

Für dieses Jahr sind weitere Schicksalslernen in Biel, Luzern, Basel und ev. Langenthal geplant, wo jeweils in wechselnder Zusammenarbeit, aber aus Erfahrungen immer zu zweit gearbeitet wird. Eine rechtliche Form hat diese lose und doch innerlich mittlerweile verbindliche Gruppe sich nicht gegeben, diese Frage will aber weiterhin in Bewegung sein.

Mit Interesse verfolgen und begleiten wir die Entwicklung von NALM international...

Aus der kleinen Gruppe ist zwar keine sehr viel grössere geworden, die Zusammenarbeit aber hat sich vertrauensvoll entwickelt, und die Einbindung Einzelner in ihren beruflichen Verantwortungsbereich hat neue Forschungs-Fragen und Aufgaben gebracht für die Bewegung NewAdultLearning Schweiz. 

Fragen und Projekte, die uns bewegen und an denen wir arbeiten: 

 

•          Schicksalslernen als künstlerisch darzustellender Prozess

•          Schicksalslernen 1 als Abendkurs über längere Dauer

•          Schicksalslernen mit Jugendlichen

•          Schwellenphänomene und Zukunft

•          Neues Lernen und Führungsfragen in alteingesessenen Betrieben

•          Wie sieht eine Bewegung NALM CH aus ? Wirkungen und Aufgaben durch die                                  Volksgeister

 AUS SUD-WEST-ENGLAND - Val Collett                          übersetzt von Elisabeth Scharna

 Alle zwei bis drei Wochen halte ich das ganze Jahr hindurch Workshops, entweder bei mir zuhause in Totness oder in Hebden Bridge, Yorkshire. In jedem Workshop gibt es 4-5 Teilnehmer.

In diesem und im letzten Jahr gab es ein wachsendes Interesse an den Biografie-Workshops (nicht Biografieberatung). Ich biete Biografieseminare I und II an; beim ersten geht es darum, dass man sein Leben als Ganzes anschaut und wie es sich biografisch entfaltet. Beim zweiten Teil stehen verschiedene wichtige Menschen im Mittelpunkt, die uns geholfen haben, derjenige zu werden, der wir sind. In diesen Biografie-Workshops gibt es keine Verwandlungsaufgaben; es geht darum, zu schauen, was tatsächlich da ist. Die Teilnehmer sind auch daran gewöhnt, auf folgende Elemente zu achten: auf den Rhythmus von Tag und Nacht, auf aufmerksames Hinhören sowie einige Wahrnehmungsübungen und anderes mehr, sodass, wenn sie mit den Seminaren zum Schicksalslernen beginnen wollen, sie schon auf die Art und Weise vorbereitet sind, wie wir dann arbeiten.

Ich biete 4 oder 5 Termine im Jahr für Schicksalslernen I an, habe aber nur 3 Teilnehmer. Ich gebe gern drei Seminare zum Schicksalslernen I, bevor ich Schicksalslernen II, III und IV anbiete, sodass von den 15 Teilnehmern wahrscheinlich fünf oder mehr auch die anderen Workshops durchlaufen. Zurzeit führe ich drei Gruppen durch die ganze Serie der Seminare zum Schicksalslernen. Für einige Teilnehmer gibt es einen Abstand von einem oder mehreren Jahren zwischen den Workshops, da es für junge Familien wirklich schwierig ist, ein freies Wochenende zu finden, das allen passt.

In Totness kommen meine Teilnehmer hauptsächlich aus dem anthroposophischen Umfeld aus der näheren Umgebung und aus der großen ‚alternativen’ Gemeinschaft vor Ort. Fast keiner von ihnen hat Interesse daran, sich dafür auszubilden, um Workshops zu leiten. (Ausnahmen sind Vivian Thorborg, eine Eurythmistin aus Dänemark, die vorhat, an allen Workshops hier teilzunehmen und die mir auch hilft, die kurzen Bewegungseinheiten zu entwickeln, die ich in jedem Workshop durchführe. Auch eine einheimische Dame vom Biografical Counselling-Kurs, die einen Biografie-Workshop mitmachen wollte, ist mit dabei. Mit ihr tausche ich mich gerne aus, was für uns beide sehr fruchtbar ist. Zwei andere Menschen haben Interesse an einer Ausbildung gezeigt, ließen die Idee aber wieder fallen, als ich sagte, dass es der beste Weg sei, um Schicksalslernen wirklich zu verstehen, zwei oder drei Durchgänge der Seminarreihe zum Schicksalslernen zu machen.)

Zweimal im Jahr biete ich eine Woche zu vertieften Wahrnehmungsübungen an, die nur morgens stattfinden. Dafür verwende ich Zeichnungen. Dies ist für eine Gruppe von bis zu 10 Teilnehmern gedacht, die die Workshops besucht haben und die von den systematisch aufgebauten Wahrnehmungsübungen sehr begeistert sind.

Dieses Arbeitspensum ist für mich aus gesundheitlichen Gründen ausreichend. Ich mache Werbung für die Workshops vor Ort, habe mich bisher aber nicht bemüht, öffentliche Vorträge u.ä. zu organisieren, da ich im Moment nicht mehr Workshops anbieten kann. Mein eigenes Interesse und auch das von einigen Teilnehmern geht dahin, Fähigkeiten für ein zeitgemäßes bzw. zeitgenössisches und zukünftiges Leben zu entwickeln statt nur darin, Workshops anzubieten. Mit anderen Worten heißt dies: eine anthroposophische Schulung. Es gibt kein Interesse für Workshops für Geistiges Forschen und Lernen zu lernen. Die Ausbildungsthematik interessiert mich sehr, aber es gibt fast keine Anfragen dafür bei meiner NALM Arbeit.

Ich hoffe, diese Schilderung gibt ein Bild von der NALM Arbeit, wie ich sie tue. Malcolm Daniels, Julia Kübler und Karl-Heinz Finke arbeiten jeweils für sich (in England), aber dennoch besprechen wir, Malcolm, Julia und ich, alle möglichen Punkte, die bei der Arbeit auftauchen, in einer einander sehr unterstützenden und kollegialen Art und Weise.

 MEIN RUMÄNISCHES ABENTEUER - Malcolm Daniels               übersetzt von Nicole Kringe

 Das folgende ist ein Auszug aus einem interessanten langen Artikel von Malcolm Daniels über seine Reisen in Rumänien.  Malcolm ist ein Kollege, der schon lange Kurse gibt und  den Mut hatte, andere Länder wie Russland und Rumänien zu besuchen, um dort das Neue Lernen bekannt zu machen.  Falls Interesse besteht, kann der vollständige Text gefunden werden in dem Abschnitt „Die Kollegen“ auf der NALM-Website oder man kann sich beim NALM-Büro erkundigen.

 Im März 2006 reiste ich nach Rumänien, um ein Karma- Lern-Seminar in zwei Städten zu leiten; beide waren ziemlich weit von der Hauptstadt Bukarest entfernt.  Timisoara 550 km westlich von Bukarest nahe der ungarischen Grenze war das erste Ziel.  Unserer Gastgeber war Dan Botez.  Am nächsten Tag sollte ich acht Stunden lang acht Menschen in  Kunst und Fertigkeiten der Gruppenbegleitung des Karma-Lernens 1 intensiv trainieren.  Ich tat dies, indem ich drei von ihnen durch alle vier Schritte führte. Am gleichen Abend sollte das eigentliche Seminar beginnen.

33 Menschen versammelten sich in dem Kreis, einige waren offenbar abgewiesen worden.Alle erklärten, sie seien Anthroposophen und vertraut mit dem Thema. An diesem Abend arbeiteten wir von 18 Uhr bis 21:30 Uhr und an den nächsten vier Tagen zwei ganze Tage und zwei Abendsitzungen.  Ich hielt alle Vorträge, leitete die Wahrnehmungs- und künstlerischen Übungen; danach half ich in den Gruppen – ich ging von Gruppe zu Gruppe mit meinem Dolmetscher – um sicherzustellen, dass die Lernschritte gut begleitet wurden.  Ich war sehr beeindruckt von dem Niveau der Lernbegleitung, besonders bei den jüngeren Teilnehmern - sie hatten vorher nur einen Tag Unterricht! Am Ende des Seminars waren praktisch alle mehr als begeistert über die Erfahrungen, die sie gemacht hatten, und ohne Ausnahme wollten alle sofort Schicksal-Lernen 2 mitmachen.  Ich informierte sie über die NALM-Ausbildung und zeigte ihnen Coens Buch „Practising Destiny“.  Sie konnten es kaum erwarten, Exemplare zu erwerben und sofort wurden 16 vollständige Exemplare des Buches fotokopiert und gebunden.

 Der Rückblick war sehr positiv und ich zitiere den Gruppensprecher, der sagte:  „Ich möchte meine große Freude zum Ausdruck bringen, dass ich die Möglichkeit hatte, dieses besondere Seminar zu erleben.  In meinem Leben habe ich so viele Kurse besucht und war enttäuscht, dass sie oberflächlich waren.  Hier gab es einen klaren ‚Umriss-zu-Umriss’, ‚Stufe-für-Stufe’ Prozess und ich bin jetzt sehr neugierig zu entdecken, was die folgenden Lernschritte bringen werden.“

Das Seminar war in jeder Weise unübertrefflich organisiert.  Es ist eine der seltenen Städte, wo alle Anthroposophen harmonisch für das allgemeine Wohl zusammenarbeiten.  Es gibt keine Hinterlistigkeit oder ‚Schlamm Schleudern’ und keine ‚Parteien’.  Das Ergebnis ist, dass Anthroposophie gedeiht, zum Beispiel gibt es eine Waldorfschule mit 200 Kindern, die staatliche Unterstützung bekommt.  In Timisoara traf ich einen 85 Jahre alten Mann, der fast zwei Jahre in einem Gefängnis verbrachte, weil er ertappt wurde, während er anthroposophische Bücher las.  Das war zu dieser Zeit streng verboten.  Nach 20 Monaten Gefangenschaft wurde er entlassen.

Am Mittwoch, dem 22. März, stand ich früh auf, um den modernen, bequemen Zug, der mich durch das Land nach Cluj in Transsylvanien bringen würde, um 6 Uhr zu erreichen.  An diesem Abend führte mich Sorin Tigareaou, mein Gastgeber, durch die Stadt. Cluj ist heute bekannter für seine Bankgeschäfte als für Graf Drakula.  Obwohl, wenn man darüber nachdenkt, gibt es Ähnlichkeiten!  Am nächsten Tag musste ich vier Facilitators für das kommende Karma-Lern-Seminar 1 schulen.  Das dauerte den ganzen Tag.  Ich wiederholte, was ich in Timisoara getan hatte.  Das eigentliche Seminar begann am gleichen Abend (18 Uhr bis 21:30 Uhr).  Es waren wenige Teilnehmer anwesend.  Nur siebzehn Menschen formten den Kreis, und ich sagte dem Veranstalter, in Anbetracht der Anstrengungen, diesen Ort zu erreichen, wäre ich nicht bereit, noch einmal ein Seminar zu leiten, wenn nicht mindestens 25 Teilnehmer vorhanden wären.  Wegen der beruflichen Verpflichtungen der Menschen konzentrierten wir unsere Arbeit auf diesen ersten Abend, dann auf einen langen Samstag von 9 Uhr bis 21:30 Uhr und am Sonntag von 9 Uhr bis 17:30 Uhr.  Alle Teilnehmer waren ähnlich beeindruckt von den durchlebten Erfahrungen, und selbstverständlich wollten sie die weiteren Stufen mitmachen.

Aber am Ende war ich völlig erschöpft.  Unglücklicherweise war ich noch 550 km von Bukarest entfernt. Am nächsten Tag musste ich einen langsamen Intercity-Zug in die Hauptstadt nehmen, der acht Stunden brauchte.  Ich erreichte Bukarest spät am Abend, verbrachte dort noch zwei Nächte und konnte Teile dieser geschäftigen Stadt, die sich jetzt sehr westlich entwickelt, erleben. 

Die Reise war sehr erfolgreich, es existiert jetzt ein ungeheures Interesse für unsere Arbeit  Wie Russland ist dieses Land voll spirituellem Feuer.

 Fortsetzung . . .  Mein zweites Rumänien-Abenteuer

 Dank der Überredungskunst meiner Gastgeber und trotz beträchtlicher Vorbehalte wegen meiner Gesundheit war ich einverstanden, wieder nach Rumänien zu fahren, um die Arbeit, die ich im März 2006 begonnen hatte, fortzusetzen. 

Dieses Mal war ich nur unter zwei Bedingungen einverstanden: 1. die Arbeit sollte nur an einem Ort stattfinden, nämlich Timisoara, um weiteres Reisen zu vermeiden, und 2. ich würde für meine Bemühungen anständig bezahlt werden!  Mit Begeisterung wurden beide Bedingungen akzeptiert.

Es war eine anstrengende 15-Stundenreise, aber der Eifer meiner Gastgeber und aller Teilnehmer war die Mühe wert.

Wir verbrachten die ersten drei Tage mit der Ausbildung von sieben Menschen, so dass sie in der Lage waren, Schicksal-Lernen I und II angemessen zu begleiten.  Wenn die Zeit so kostbar ist, muss man jede Minute ernst nehmen.

Zwölf Menschen nahmen am Destiny Learning II teil, so dass wir 4 Facilitators brauchten, die mit Gruppen von drei Menschen arbeiteten.  Ich besuchte jede Gruppe mit meinem Dolmetscher ein Mal um sicher zu gehen, dass der Prozess angemessen durchgearbeitet wurde.  Da die Gruppen klein waren und das Sieben Schritte Looping Nr. 1 innerhalb von zwei Tagen durchgeführt wurde, gab es am dritten Tag fast eine kleine Rebellion.  Die Teilnehmer wollten zu einem „fortgeschritteneren Prozess“ übergehen.  Ich bestand jedoch darauf, dass sie den ganzen Sieben Schritte Prozess wiederholten, weil der Doppelgänger nichts mehr liebt, als dass er dem, was man mit ihm arbeitet, entkommen kann. Am Ende waren die Teilnehmer froh, dass sie wiederholt hatten, weil sie auf diese Weise viel tiefer gehen konnten.

Gleich danach begann ein neues Destiny Learning I Seminar.  Dreizehn Menschen nahmen daran teil.  Die Zahl hätte leicht doppelt so groß sein können, aber da wir nur Montag, Dienstag und Mittwoch zur Verfügung hatten, konnten nicht so viele daran teilnehmen.  Wir hatten drei Gruppen mit drei und eine mit vier Teilnehmern.  Zu sagen, dass der Feedback positiv war, wäre eine krasse Untertreibung.  Kommentare wie „Ich habe ein Leben lang auf ein solches Seminar gewartet“ gab es einige!

Wie immer in ehemaligen kommunistischen Ländern, wird man leicht als ein ‚Guru’ angesehen.

Beide Workshops wurden in der großen staatlich unterstützten Waldorfschule gehalten.  Die Menschen in Rumänien warten sehnlichst auf weitere Workshops.

Ich empfand es als meine karmische Aufgabe, die Arbeit dort weiter fortzusetzen, falls möglich. Aber auf persönlicher Ebene erkenne ich, dass ich nicht mehr die notwendige Ausdauer für solche Reisen besitze.  Vielleicht könnten andere diese Aufgabe übernehmen.  Es gibt keinen Grund dafür, dass die Arbeit in Rumänien nicht exponentiell wachsen kann – wie es in Moskau der Fall war, als ich nach fünf langen Besuchen das deutliche Bedürfnis hatte, mich zurück zu ziehen.  Das bereitete natürlich in idealer Weise den Weg für Coen und Jaak, dort weiter zu arbeiten. 

BERICHT AUS MOSKAU - Jaak Hillen                              übersetzt von Nicole Kringe

Dank Malcolm Daniels, der ein wunderbarer Wegbereiter ist, war es uns, Coen und mir, möglich, ein Seminar über Lernprozesse mit 20 Teilnehmern zu geben.

Es fand letztes Jahr im Januar statt, nach den üblichen Schwierigkeiten mit den Visa. Im Laufe des Jahres schmiedeten wir Pläne für eine Fortsetzung. Daraus entstanden zwei Seminare „Verwandlungsprozesse“ mit künstlerischen Techniken und Prozessen für Erwachsenenbildner, Lehrer und Therapeuten. Im Januar dieses Jahres konnten zwei weitere 4-Tages-Einheiten stattfinden. Beim zweiten Mal fuhr ich alleine, mit gleicher Wirkung.

Jetzt wünschen sich die Menschen in Moskau zwei vollständige Ausbildungsseminare, das komplette Programm für Erwachsenen-Bildung und ein komplettes künstlerisches Training für Trainer, Therapeuten und Psychologen,.... für alle Arten von Menschen, die mit Menschen arbeiten und Kunst als ein besonderes Medium einsetzen möchten.

Ich werde nicht derjenige sein, der alle diese Anfragen erfüllt, aber ich werde bei der Organisation helfen. Diesen Sommer werden wir, meine Frau May Oostvogels – sie ist professionelle Malerin - und ich, das Trainingsprogramm für Kunst starten, im September dann mit Sophie Pannitschka das Programm für Erwachsenen-Bildung. Wir haben vor, zweimal jährlich in zwei Viertageseinheiten zu arbeiten mit verschiedenen Ausbildern, so dass das Ganze voller Variationen und Flexibilität sein wird. Für mich kann eine Ausbildung nicht alleine getragen werden, weil sie sonst einseitig und für den Tragenden zu anstrengend wird.

Liudmila Gechus und Diana Danielan organisieren für uns in Moskau ganz wunderbar. Sie wurden von Malcolm ausgebildet, haben bereits ein Schicksalslernen angeboten und werden beim Training mitarbeiten können.

Die Menschen aus St. Petersburg, die an den Kursen teilnehmen konnten, möchten die Arbeit dort auch starten und planen Einführungskurse. Enrica Dal Zio hat ebenfalls begonnen, dort zu arbeiten. Vielleicht können sich unsere Aktivitäten in der Zukunft gegenseitig befruchten.

Aus all der Arbeit in Russland ist meine neue Freizeitaktivität gewachsen, die meine knapp bemessene ‚offene Zeit’ füllt: Ich lerne jetzt Russisch, eine völlig unmögliche Aufgabe und sehr besonders.

 


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Last updated: 30-09-08