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Moskau und NALM arbeit Inga Jäger Mit rund 15 Millionen Menschen auf 9ookm² Stadtgebiet ist Moskau die größte Stadt Europas. Zu erleben war diese Fülle von Menschen jeden Morgen und Abend in der Metro vom Norden in den Süden der Stadt. Wie Ameisen strömten die Menschen aus den 12 bis 30stöckigen Hochhäusern zu drei verschiedenen Arbeitszeiten in Richtung der Metrostationen. Die Rolltreppen, die ungefähr 30 Meter tief in die untere Welt führen, sind überfüllt - werden reguliert, kontrolliert, bewacht. Schon der Eingang durch das Drehkreuz wird von zwei Wächtern beobachtet, die in zwei kleinen Glashäuschen sitzen. Unten, zwischen den vier Rolltreppen, wieder ein Hüter-Glaskasten, der bzw. die die verantwortungsvolle Lebensaufgabe hat, den ganzen Tag die Menschenmassen auf der rollenden Treppe vor jeglichem Unheil zu bewahren. Manchmal, zu den Stoßzeiten, verlässt sie den Kasten und weist die Menschenschlange an, welche der Rolltreppen wann benützt werden soll. Wir fuhren mit der "1" zum Zentrum bis Turgenevskaja/Cistye Prudy und dann weiter mit der "6". Auf dieser Strecke sind alle Metrostationen neu gestaltet - kunstvoll mit kostbaren Materialien wie Mamor, Eisen, Stuk, Glasarbeiten und Malereien. Es gibt moderne, orthodoxe, historische Themen, auch Stadtansichten oder auch Gestaltungen aus verschieden farbigen Marmorplatten. Wunderschöne Lampen z.B. im Jugendstil oder auch Lichtinstallationen mit einer öffnenden Gebärde oder einer bewegenden,z.B. bunte Lichtspiele. Die Gemälde sind manchmal plakativ, doch auch moderne, herausfordernde Deckenmalereien sind von Künstlern auch aus ganz Europa entstanden. Die orthodoxen Kirchen - ja, die sind überall sichtbar -kostbar geschmückt und fein verziert. Sie fördern vielleicht die Innerlichkeit, aber nicht die Individualisierung. Der Kremel und der ganze Machtapparat lassen Ohnmacht aufkommen. Die Menschen nehmen es einfach hin und sagen , dass sie das nicht mehr wirklich interessiert. Sie haben ein Stückweit aufgegeben, etwas verändern zu wollen oder zu können. Zu stark sind die Repressalien und die Gewaltanwendungen. Wer nicht funktioniert, sich nicht einordnet ins System, wird niedergeknüppelt. So war es eigentlich nicht erstaunlich, kaum Bettler und keine Betrunkenen oder Randalierer zu sehen. Aber es spielen auch keine Kinder auf der Straße. Aber vielleicht liegt das auch an der Jahreszeit und ist im Sommer ganz etwas anderes. Unsere Arbeit mit LoopI und LoopII fand im Kindergarten der Wala statt. Zwölf Teilnehmer kamen - eine aus Skt. Petersburg, alle anderen aus Moskau. Sie waren bereit zur Selbsterkenntnisarbeit und zur Arbeit am eigenen Netzwerk.Von den sechs Leuten in meiner Gruppe konnten vier Englisch. Maria, die nur Russisch sprach, erzählte, dass sie Spanisch in der Schule hatte.Sie mußte es lernen mit dem Parteiprogramm,das auf Spanisch übersetzt worden war. Klar, sie mochte es nicht - es war zu unlebendig. Die elf Tage waren voller Wärme und Herzlichkeit und harter Arbeit. Eine gute Erfahrung - getragen von der Kraft des russischen Bodens und der positiven Energie unserer Arbeit am und mit dem Menschen. Inga Jäger |
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